Seventh-Day Adventist Church

Adventgemeinde Göttingen

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Unsere Geschichte

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Wurzeln reichen jedoch viel weiter zurück - bis zu den Anfängen der Christenheit.

Adventisten orientieren sich an Lehre und Leben der ersten Christen. Nicht spätere Entwicklungen und kirchliche Traditionen bilden den Maßstab für Glauben und Handeln, sondern das, was die Heilige Schrift vom Glauben Jesu und seiner Apostel berichtet. Das verbindet Adventisten mit den Christen und Kirchen aller Zeiten zu einer universalen Gemeinschaft der Glaubenden.

Die Rückbesinnung auf die Wurzeln des christlichen Glaubens führte im 16. Jahrhundert zur protestantischen Reformation und zur Gründung evangelischer Kirchen - das heißt dem Evangelium verpflichteter - Kirchen. Adventisten verstehen sich als Erben der Reformation, die es weiterzuführen gilt.

Das Bemühen um die Erneuerung der Christenheit führte zur Bildung von so genannten "Freikirchen", die staatsunabhängig und dem Prinzip der Freiwilligkeit verpflichtet sind. Im 19. Jahrhundert kam es in Europa und Nordamerika zu geistlichen Aufbrüchen und Erweckungen, die die Wiederkunft von Jesus Christus erwarteten und verkündigten. Aus dieser "Adventbewegung" gingen die heutigen Siebenten-Tags-Adventisten hervor. Die Mitgliedschaft setzt das Bekenntnis zu Jesus und die eigene Taufentscheidung voraus.

Mittlerweile sind Adventisten als Weltkirche mit ca. 17 Millionen Mitgliedern organisiert. Die Generalkonferenz mit Sitz in Maryland/USA ist ein parlamentarisches, gewähltes Gremium, dem ein Präsident vorsteht. Sie ist für die Einheit im Glauben und Lehrfragen zuständig.

Die sogenannten Vereinigungen in Deutschland umfassen ein oder mehrere Bundesländer. Auf dieser Ebene erfolgt die unmittelbare Kirchenarbeit, hier sind die Pastoren angestellt und werden den einzelnen Kirchenbezirken zugewiesen. In Niedersachsen gibt es 61 Adventgemeinden mit 3800 Gemeindegliedern.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.adventisten.de und http://www.adventist.org

Adventgemeinde Göttingen

Zu Anfang des Jahres 1898 kamen die Brüder August Wittmer und Max Kober nach Göttingen und begannen in der Stadt und in der Umgebung als Buchevangelisten zu arbeiten. Sie trafen auf Frau Marie Macke, die sich begeisterte und sich als erste Göttingerin am 20. Juli 1899 auf der Konferenz in Magdeburg taufen ließ. Sie ist die erste Göttinger Adventistin.

Vorträge wurden gehalten, Evangelisationen fanden statt, so dass in den folgenden Jahren sich immer mehr Menschen taufen ließen und sich der Gruppe anschlossen.

Am 17. Februar 1901 wurde die Organisation der Gruppe zur Gemeinde durch Bruder L. R. Conradi vollzogen. Die Junge Gemeinde bestand zum Ende des Jahres 1901 aus 27 Gemeindegliedern. Ein Gemeindesaal wurde gesucht. Der erste verbürgte Saal lag in der Oberen Maschstraße 6. Er diente der Gemeinde 21 Jahre als Versammlungsort.

„Mobilmachung – Krieg!“ Alle Geschwister sind vollständig überrascht. Daran hatte man gar nicht gedacht. Was wird denn nun? Die Brüder eilen sofort zu den Bahnhöfen, um zu ihren Garnisonen zu kommen. Die Reihen in der Gemeinde lichten sich. Die Schwestern müssen immer mehr die Ämter übernehmen, die Brüder stehen an den Fronten. Die ersten Verlustlisten treffen ein, jahrelang geht dieses Ringen. Langsam gerät alles ins Wanken, bis plötzlich das Gefüge des Staates zusammenbricht. Die Männer kommen wieder, und langsam auch unsere Brüder. Sie freuen sich wieder unter ihren Glaubensgeschwistern weilen zu dürfen. Es sind in der Zwischenzeit noch 7 neue Glieder hinzugekommen.“ (Gemeindechronik 50 Jahre, S. 1-2)

Am Tage des 25-jährigen Jubiläums, am 17. Februar 1926 gehörten der Gemeinde 54 Menschen an. Mit Stolz und Freude erfüllt es unser aller Herz, wenn wir unseren Blick hinüberschweifen lassen nach dem dunklen Erdteil Afrika, wo unsere liebe Schwester Marie Matter mit ihrem Bruder Alfred und dessen Frau im Werke des Herrn tätig sind.“ (Gemeindechronik 25 Jahre, S. 10)

1939 bricht der zweite Weltkrieg aus. Eine sehr unruhige und sorgenvolle Zeit für alle Menschen auch für unsere Gemeinde. „Die meisten haben die grausame Wirklichkeit eines Krieges schon einmal erlebt. Noch mehr als im ersten Krieg werden die Männer zu den Waffen gerufen. Immer wieder nehmen Brüder leise von uns Abschied. Sie werden zum Kriegsdienst eingezogen.“ (Gemeindechronik 50 Jahre, S. 2)

Bei einem Bombenangriff wird der Gemeinderaum am 24.11.1944 schwer beschädigt und kann nicht mehr genutzt werden. Erst ab September 1945 kann der Gemeinderaum wieder genutzt werden.

In den letzten Kriegsmonaten und nach der Kapitulation vom Mai 1945 ergossen sich breite Ströme von Heimatvertriebenen in die noch erhalten gebliebenen Teile Deutschlands und so auch nach Göttingen, das als Lazarettstadt nur wenig bombengeschädigt war. Unter den Flüchtlingen befanden sich auch manche Adventisten, die von den Göttinger Glaubensgeschwistern beherbergt und beköstigt wurden. „Nicht vergessen werden soll die soziale Arbeit der Gemeinde in unserer Stadt. Schon sehr früh wird in den Berichten eine „Armenkasse“ erwähnt. Hier sind besonders die Frauen aktiv geworden. In notvoller Zeit haben sie in Verbindung mit dem zuständigen Amt und den dort tätigen Fürsorgerinnen bedürftige Mitbürger uneigennützig betreut und ihnen mit Rat und Tat geholfen.“ (Gemeindechronik 75 Jahre, S. 2)

Langsam kommen die Brüder von den Fronten und aus den Kriegsgefangenschaften zurück. Unser kleiner Saal füllt sich immer mehr, die Stühle reichen nicht mehr, selbst die Stehplätze sind vergeben. Wir müssen unbedingt einen neuen Saal haben. Die Nachkriegsjahre brachten der Verkündigungsarbeit einen neuen Aufschwung. Die Not, die über Deutschland gekommen war, lies die Menschen wieder nach Gott fragen, und sie waren auch für die Adventbotschaft aufgeschlossen.

Ende August 1948 zog die Gemeinde in die Geiststraße 8a. Große Veranstaltungen mussten aber in größeren Sälen abgehalten werden. Dazu diente der Hörsaal des Mineralogischen Instituts in der Bunsenstraße oder die Aula in der Personnschule. Für Taufen stellte uns freundlicherweise die Baptistengemeinde ihre Räume zur Verfügung. Am 4. April 1948 wurden daselbst 30 Täuflinge aus der ganzen Göttinger Umgebung getauft.

Die Gemeinde Göttingen wuchs und auch in den umliegenden Orten wurden neue Gemeinden gegründet: Diemarden 1946, Bodenfelde 1948, Uslar 1948, Einbeck 1948, Volpriehausen 1948 und Northeim 1949. Von all diesen Gemeinden existieren heute nur noch die Gemeinden in Hann. Münden und Northeim.

Für Ende 1954 wurde der anderweitig gebrauchte Saal in der Geiststraße von der Stadt Göttingen gekündigt, doch fand die Gemeinde einen geeigneten Versammlungsraum im Filmsaal des Friedjof-Nansen-Hauses auf der Merkelstraße.

Im Jahre 1956 überschrieb uns Schwester Gretchen Schlote ihr am Steinsgraben 11 gelegenes Gartengrundstück, auf dem dann unsere Kapelle errichtet wurde. Der Grundstein für die Göttinger Adventkapelle wurde am 24. September 1956 gelegt. Eingeweiht wurde sie am 22. Juni 1957 durch den Verbandsvorsteher Bruder Otto Gmehling. Vertreter des öffentlichen Lebens und der Stadt nahmen an der Einweihung teil. Für unsere Gemeinde war dies ein ganz besonderer Freudentag.

„Ab 1977 wurden von der Gemeinde Raucherentwöhnungskurse angeboten und durchgeführt. Als Ergebnis dieser Kurse konnten fast tausend Raucher ihre Sucht überwinden und gewannen dadurch eine neue Lebensqualität.“ (Gemeindechronik 85 Jahre, S. 18)

„Im November 1978 wurde die Götttinger Studenten Adventmission, SAM, ins Leben gerufen. Die beteiligten Studenten hatten es sich unter Leitung von Br. Hans-Werner Schultz zur Aufgabe gesetzt, durch einen adventistischen Büchertisch in der Zentralmensa der Göttinger Universität Studenten mit den Adventisten bekannt zu machen und zu offen geführten Auseinandersetzung mit der Bibel, zu Bibelkursen, Vorträgen und Diskussionen einzuladen, aber auch Studienanfängern den Start und die Zimmersuche in Göttingen zu erleichtern.“ (Gemeindechronik 85 Jahre, S. 17)

„Um dem Anliegen einer ganzheitlichen Verkündigung des Glaubens an Jesus Christus und einem ganzheitlichen Leben als Christ stärker gerecht zu werden, wurde am 20. März 1986 eine Göttinger Regionalgruppe des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege e.V. (DVG) gegründet. Der DVG beteiligte sich seit 1986 am Göttinger Gesundheitsmarkt, führte Raucherentwöhnungskurse, Ernährungs- und Gymnastikkurse sowie sonstige Kurse und Seminare für Gemeindeglieder und Göttinger Bürger/innen durch.“ (Gemeindechronik 90 Jahre, S. 12)

Rückschauend auf die vergangenen Jahrzehnte sind wir dem dankbar, der das Haupt der Gemeinde ist, nämlich: unserem GOTT. Wir sehnen uns nach dem Tag, an welchem Jesus Christus erscheinen wird zur vollen Erlösung seines Volkes.

„Und wir sind der frohen Hoffnung, dass, der in uns angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden bis an den Tag Jesu Christi.“ Phil 1, 6